Das Konzept

VORWORT                                                                                    

1.   Beschreibung der Gruppe                                                     

2. Öffnungszeiten                                                                          

3.Aufnahmekriterien                                                                    

4.   Das Kind – Die Persönlichkeit                                                 

5. Eingewöhnungszeit                                                                   

6.  Elternarbeit                                                                               

7.   Pädagogische Gesichtspunkte                                                  

8. Ernährung                                                                                 

9.   Qualität der Betreuung                                                             

                                                                                      

 

VORWORT

Die vorliegende Konzeption soll als Richtlinie für die Arbeit mit den uns anvertrauten Kindern betrachtet werden.

Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Wir sehen es als unsere Aufgabe, sie immer wieder zu überprüfen und den Veränderungen anzupassen.

Die Konzeption wurde erstellt für die Mitarbeiterinnen, Eltern, und für alle, die an unserer Arbeit interessiert sind.

1.      Beschreibung der Gruppe

Wir betreuen 10 Kinder pro Tag gleichzeitig, dürfen jedoch Verträge für 16 Kinder abschließen, d.h. dass z.B. nicht alle Kinder jeden Tag kommen, sondern dass man sich den Platz teilen kann. Die pädagogischen Mitarbeiter setzen setzt sich zusammen aus einer Erzieherin und einer qualifizierten Tagespflegeperson, sowie einer Kinderpflegerin als Vertretungskraft.

Zur Einrichtung gehören 4 Funktionsräume (Kreativraum, Bauraum, Rollenspielraum, Bewegungsraum), einen 12 m langen Flur, eine Ess-Küche, ein Schlafraum, ein WC und ein Bad mit  Toilette und Dusche.

Zum Haus gehört ein Garten. Dieser Garten wurde speziell für Kinder angelegt. Es gibt dort Wege durch Kräuterbeete, eine Weidenhütte, einen Hügel mit Rutschen, eine Obstwiese, die im Sommer reichlich genutzt wird, viele Versteckmöglichkeiten, eine Kletterwand, einen eingezäunten Teich, Schaukeln und Turnstangen. Der asphaltierte Vorplatz wird  zum Bobby-Car- und Treckerfahren genutzt. Ansonsten stehen noch andere diverse Fahrzeuge und Spielmaterialien zur Verfügung.

Im Garten können die Kinder ihrem Bedürfnis nach Bewegung im Freien nachgehen. Er eröffnet den Kindern außerdem die vielfältigsten Sinneserfahrungen. Der Kontakt zur Natur kann hier durch Umgang mit den verschiedenen Elementen intensiviert werden.

Zum Aufgabenbereich der Kinder gehört ebenso die Versorgung und Betreuung der 2 Meerschweinchen und der 2 Kaninchen.

2.      Öffnungszeiten

Die Kernöffnungszeiten sind Montag bis Freitag von morgens bis 15.00 Uhr. Eine längere Öffnungszeit kann individuell abgesprochen werden.

Die Kleinstkindgruppe ist 3 Wochen im Jahr geschlossen. ( Im Sommer für 2 Wochen und die Woche um den 24. Dezember; außerdem der „Brückentag“ nach Himmelfahrt).

Bei Krankheit eines Mitarbeiters wird der fehlenden Part durch die Vertretungskraft zu ersetzen. Diese Vertretungskraft wird mindestens 2mal im Monat eingesetzt, damit sie bei Bedarf die Räumlichkeiten, den Tagesablauf und die Kinder besser kennen lernt.

3.      Aufnahmekriterien

Bei uns können die Kinder ganzjährig aufgenommen werden. Sobald ein Platz frei wird, vergeben wir ihn gern. Für die Kinder, die nicht sofort einen Platz erhalten, führen wir eine Warteliste.

Bei telefonischen Anfragen nehmen wir einige Daten auf und vereinbaren einen ersten Termin zum Kennen lernen. Dieser Termin gibt den interessierten Eltern und Kindern die Gelegenheit sich die Räumlichkeiten in Ruhe anzuschauen, einen ersten Eindruck zu erhalten und sich vor Ort ausführlich zu informieren.

4.      Das Kind – Die Persönlichkeit

Es ist uns wichtig die Persönlichkeit eines Kindes zu respektieren und sehr behutsam mit ihm umzugehen.

Auch kleine Kinder setzen sich bereits aktiv mit ihrer Umwelt auseinander und bestimmen ihre Entwicklung mit. Deshalb ist es uns ein großes Anliegen, auf die individuellen Bedürfnisse und Interessen des Kindes einzugehen.

Dazu ist es notwendig das einzelne Kind gut zu beobachten. In den ersten Lebensjahren geht die Entwicklung oft sehr schnell vor sich. Es gibt dabei individuell unterschiedlich stattfindende Entwicklungsschritte, die wir mit unserem pädagogischen Handeln unterstützen und fördern.

Vieles kann man getrost „erwarten“, bei manchen Verzögerungen ist ein unmittelbares agieren „notwendig“.

Die Pflegemaßnahmen nehmen bei Kleinkindern einen breiten Raum ein. Sie sind wichtig für das körperliche und seelische Wohlbefinden. Körperpflege, Schlafbedürfnisse und das Einnehmen der Mahlzeiten sind für unsere Kinder von elementarer Bedeutung.

Auch die kreative Zeit, sei es spielen oder malen, wird uns  situationsbedingt gestaltet, aber auch bewusst gesteuert. Dabei wird primär darauf geachtet, dass die Kinder das „Handwerkszeug“ für das Leben und speziell dem Kindergarten bekommen. Dazu gehören die Sicherheit für das eigene Körpergefühl, Raum-Lage-Orientierung, Sensibilisierung des Sinne ( hören, sehen, schmecken, riechen, tasten ), Förderung der emotionalen Intelligenz (eigene Empfindungen wahrnehmen, Gefühle ausdrücken, Umgang mit negativen Emotionen), soziale Kompetenzen und adäquate Ausdrucksweise (Sprache).  Somit kann jedes Kind spielerisch und individuell in einer kleinen Gruppe seine Umwelt erobern, sich und andere Kinder entdecken lernen und auf diese Weise immer mehr sein Selbstwertgefühl und somit Persönlichkeit entwickeln.

5.      Eingewöhnungszeit

Der Eintritt des ersten Kindes in die Kleinstkindgruppe hat für Eltern und Kinder den Charakter der Erstmaligkeit / Einmaligkeit.

Für die Familien ist die Aufnahme ihres Kindes in die Kinderkrippe etwas Neues und Fremdes, das evtl. mit Unsicherheit behaftet ist.

Um die Trennungssituation von der Familie gut zu gestalten und das Kind in seiner Entwicklung zu unterstützen, ist eine behutsame Eingewöhnung in der Kleinstkindgruppe in Anwesenheit einer Bezugsperson notwendig. Diese Eingewöhnung kann im Durchschnitt 3 Wochen in Anspruch nehmen.

Um mit jeder Familie die Eingewöhnungsphase individuell zu gestalten, wird, nach Möglichkeit, das Kind vor der Aufnahme in die Gruppe, mit der Bezugsperson vertraut gemacht.

 

6.      Elternarbeit

Familie und Kindergruppe sind gemeinsam für das Wohl der Kinder verantwortlich. Eine gute Zusammenarbeit mit den Eltern ist eine grundlegende Voraussetzung. Sie als Eltern sind der Fachmann/frau für ihr Kind, wir als Betreuungskräfte die Fachleute für die Gruppe. Diese Konstellation erfordert ein Vertrauensverhältnis beider Seiten.

Aus diesem Grund bieten die Mitarbeiterinnen den Eltern ausführliche Informationen über den Tagesablauf, den Alltag in der Gruppe und den aktuellen Entwicklungsstand der Kinder an.

Die täglichen Tür- und Angelgespräche ermöglichen sowohl den Eltern als auch den Betreuerinnen, individuelle und situationsbedingte Informationen auszutauschen. Dies schafft auf Dauer Sicherheit und Vertrauen im Umgang miteinander.

Zu dieser Sicherheit gehören auch fest vereinbarte Einzelgespräche, für die wir uns gerne Zeit nehmen.

7.      Pädagogische Gesichtspunkte

Grundsätzlich bieten wir den Kindern alles an, was ihnen Freude bereitet und was ihre Entwicklung unterstützt. Das Wichtigste ist jedoch die vertrauensvolle Beziehung von uns zum Kind. Nur durch das Gefühl der Sicherheit kann das Kind sich auf Neues einlassen.

Dabei orientiert sich unsere pädagogische Arbeit an den Erfahrungs- und Entwicklungsstand der Kinder.

Ein wichtiger Bestandteil für Krippenkinder ist hierbei die Sinneserfahrung um sich selbst und seine Umwelt wahrzunehmen. Wir setzen dies z.B. durch Spazierengehen im Regen, Barfußlaufen im Sand, Herumwälzen im Herbstlaub um.

Selbstverständlich haben die Kinder jederzeit die Möglichkeit mit den unterschiedlichsten Materialien (Papier, Knete, Fingerfarben, Naturmaterialien, ...) Erfahrungen zu sammeln um somit auch ihre Motorik und Kreativität anzuregen.

Durch Sprechen, Singen, Fingerspiele, Bücher etc. fördern wir die Sprachentwicklung der Kinder.

Auch die Freude an der Musik wird durch Bewegungsspiele und Musikinstrumente jeglicher Art (auch selbst gebastelte) gern unterstützt. Sei es ein Topf mit Kochlöffel oder irgendein anderes Spielzeug, der Phantasie der Kinder sind keine Grenzen gesetzt.

Der Umgang mit unseren Tieren ist ebenso ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit. Das Füttern der Kanninchen, Meerschweinchen und der Fische gehört zum Tagesablauf. Ein ganz besonderer Schwerpunkt ist jedoch der Umgang mit unseren Minishettys. Das Putzen der Ponys, sowie das Reiten ist für die Kinder eine außergewöhnliche Erfahrung, die wir ihnen, so oft wie möglich, anbieten.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt uns an den Ritualen des Tagesablaufes, die den Kindern Sicherheit und Ankerpunkte bieten. Grundsätzlich sieht der Tagesablauf wie folgt aus:

Bis 8.45 Uhr:        Ankunft und Begrüßung der Kinder,       

                            Freispiel

8.45 Uhr:            Morgenkreis (freiwillig) Es wird eine  

                          Geschichte erzählt oder vorgelesen

  9.00 Uhr             Gemeinsames Frühstück

  9.20 -11.10 Uhr: Freie Angebote, Spiel im Freien, 

                           Spaziergang

11.10 -11.45 Uhr: Stuhlkreis ( gemeinsames Singen und

                           Spielen)

11.45- 12.30 Uhr: Mittagessen, Zähneputzen

12.30- 14.30 Uhr: Ruhezeit (Mittagsschlaf der jüngeren Kinder in einem reizarmen Schlafraum

12.30-13.30 Uhr : Schlummerzeit der restlichen Kinder im abgedunkelten Raum. Im Hintergrund läuft meditative Musik, viele Kerzen werden dekorativ im Raum verteilt. Alle Kinder liegen und hören sich ruhig vorgelesene Geschichten an. Manche Kinder schlafen dabei ein. Spätestens nach einer 3/4 Stunde wird der Raum von den Kindern verlassen, die noch wach sind. Bis um 14.00 Uhr werden diese Kinder gebeten, sich aufgrund der Mittagsruhe der Anderen, einem ruhigeren Spiel zu widmen (z.B. Beschäftigung im Malraum, Kneten, Bilderbuch anschauen oder evtl. Spiel auf dem Aussengelände)

14.30 Uhr : Gemeinsames "Kaffeetrinken" bei Obst, Gemüse und Keksen oder Kuchen.

Gegen 15.00 Uhr : Einige Kinder werden abgeholt

 

 

ab 15.00 Uhr      : Kinder, die eine längere Betreuungszeit benötigen, genießen oft diese Zeit, in der „ihre“ Bezugsperson viel mehr Zeit hat, individuell auf die einzelne Persönlichkeit einzugehen. Manche Eltern meinen, ihr Kind wäre „allein“ ( ohne andere Kinder) und haben ein schlechtes Gewissen, ihr Kind so lange betreuen zu lassen. Aber keine Sorge, ihr Kind ist nicht allein und genießt oft besonders diese Zeit.

Durchzogen wird dieser Tagesablauf von individuelle „Kuscheleinheiten“,  die diese Kinder in diesem Alter ganz besonders benötigen. Eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Betreuerin und Kinder ist der Nährboden für das Annehmen und Erlernen neuer Eindrücke und Erfahrungen.

8.      Ernährung

Zum Frühstück gibt es für die Kinder frisches Obst, Gemüse und Brot. Beim Vorbereiten und Schneiden dürfen einzelne Kinder gerne mithelfen. Getränke werden in Form von Tee und Mineralwasser zur Verfügung gestellt. Natürlich kann das Frühstück und die Getränke auch von zu Haus mitgebracht werden.

Das Mittagessen wird von „Meyer Menue“ geliefert und teilweise selbst und mit den Kindern zubereitet. Ein besonderes Augenmerk wird auf eine abwechslungsreiche und vitaminhaltige Ernährung gelegt.

9.      Qualität der Betreuung

Um Kinder in ihrer Entwicklung und Eltern in ihrer Erziehungsaufgabe kompetent unterstützen zu können, kommt es auch auf die Persönlichkeit und die Qualifikation des Fachpersonals in der Kleinstkindgruppe an.

Durch regelmäßige Besprechungen und Fortbildungen soll der Standard gesichert werden.

10.    Ausblick

Die Öffnung der Kinderkrippe insbesondere zu Fachdiensten und sozialen Einrichtungen wird in Zukunft unter dem Gesichtspunkt der „Vernetzung“ von zentraler Bedeutung sein und wir unterstützen diese Projekte nach Absprache mit den Eltern.

Nachwort

Dieses Konzept unterliegt der ständigen Überprüfung durch die Praxis. Ergibt sich aus der täglichen Arbeit die Notwendigkeit einer Änderung, so wird diese dahingehend weiterentwickelt.

Wir stehen neuen Erkenntnissen der Pädagogik immer offen gegenüber. betrachten sie aber kritisch und messen sie an der Praxis. Das Team wird aufmerksam beobachten, was sich für die Kinder verändert, wenn pädagogische Konzepte und die Gestaltung des Alltagslebens verändert werden.

 

Neustadt/Welze August 2010

 

 

Cornelia Adamiec         Vera Aliger                Nadja Bolte

(Erzieherin)              (Tagespflegeperson)  (Tagespflegeperson)